Der Apothekenmarkt in Deutschland

Jede deutsche Ortschaft verfügt über mindestens eine Apotheke. Selbst in Dörfern, die sonst

inzwischen nur noch wenig Infrastruktur aufweisen, ist auch heute noch häufig eine Apotheke anzutreffen. Das Apothekenwesen hat eine lange Geschichte, die ihre Ursprünge im Orient hat. Im Spätmittelalter sind die ersten Apotheker, die sich vorrangig mit dem Sammeln von Heilpflanzen beschäftigt haben, auch in Mitteleuropa belegt. Im 17. und 18. Jahrhundert wandte man sich dann immer mehr der Herstellung von Arzneimitteln aus chemischen Rohstoffen zu, die Apotheke wurde so zu einem Ort der Arzneimittel-und Chemieforschung. Bald entstanden auch eigenständige Arzneimittel-Fabriken und der Tätigkeitsschwerpunkt der Apotheken verlagerte sich von der Herstellung von Medizin hin zum Verkauf von Pharma-Produkten. Im 20. und 21. Jahrhundert haben sich die Apotheken dann zu modernen Verkaufsgeschäften für Medikamente, Gesundheitsprodukte und Kosmetika entwickelt.

In den letzten Jahren hat auch im Apothekenbereich die Digitalisierung Einzug gehalten. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, geht der Trend hin zur Online-Apotheke. Manche Apotheker experimentieren auch mit anderen technischen Neuerungen, wie z.B. der Aufstellung von Arzneimittel-Automaten, die für großes Aufsehen gesorgt hat.

Kunden lieben Apotheken
Insgesamt kann man sagen, dass der Pharmamarkt eine Wachstumsbranche darstellt. Insbesondere die nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel, aber auch Vitaminprodukte, traditionelle Kräuterheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel werden von den Deutschen in zunehmenden Maße gekauft. Es scheint so, als ob die Kunden gerne dazu bereit sind, Geld für ihre Gesundheit auszugeben. Apotheken in Deutschland bieten heutzutage den Kunden ein breites Angebot an verschreibungspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten der verschiedensten Hersteller. Sollte die Apotheke ein gewünschtes Medikament nicht vorrätig haben, kann diese meist innerhalb eines Tages, manchmal sogar innerhalb weniger Stunden aus einem zentralen Lager bestellt werden. Das Apothekenpersonal in Deutschland verfügt über eine spezielle Ausbildung und ein umfangreiches Fachwissen. Das Personal besteht normalerweise aus einem Apotheker – mit universitärer Ausbildung sowie Apothekerassistenten und Pharmazeutisch-Technische Assistenten. Der Apothekenleiter muss immer ein approbierter Apotheker sein, d.h. er oder sie muss eine staatliche Zulassung besitzen.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit eines Apothekers oder einer Apothekerin besteht in der Beratung der Kunden. Für viele Patienten mit geringeren Beschwerden ist die Apotheke oftmals der erste Anlaufpunkt. Sie erhoffen sich vom Apothekerpersonal eine kompetente Beratung sowie Vorschläge zu Medikamenten, die bei den vom Patienten beschriebenen Beschwerden eingenommen werden können. Das Apothekenpersonal ist aber auch verpflichtet über mögliche Nebenwirkungen aufzuklären. Andere Dienstleistungen umfassen beispielsweise Beratung zum Thema Reisemedizin oder Aufklärung über Impfungen. Dank der staatlich geregelten Ausbildung im Apothekerbereich können die Patienten in Deutschland sicher sein, dass alle angebotenen Gesundheitsdienstleistungen im Normalfall einem qualitativ sehr hohem Niveau entsprechen.

Es ist davon auszugehen, dass das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen auch in der Zukunft weiter zunehmen wird. Die Versorgung durch Apotheken wird dabei immer eine wichtige Rolle spielen. Auch in der Zukunft werden Apotheken deshalb im Stadtbild von deutschen Städten nicht wegzudenken sein.